Was bezwecken wir mit diesem Blog

„Das Internet ist für uns alle Neuland.“

Dieser fast schon historische Satz stammt von Kanzlerin Merkel im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich eines Staatsbesuchs des ehemaligen US-Präsidenten Obama am 19.06.2013. Viel zitiert und noch häufiger Ziel von Hohn und Spott im Netz, birgt er im Kern doch eine unangenehme Wahrheit.

Die rechtlichen Aspekte des Datenschutzes im Netz wurden erst dieses Jahr mit endgültiger Einführung der DSGVO geklärt, Befugnisse der Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden im Rahmen der Internetaufklärung erst in den vergangenen Jahren der neuen Realität angepasst, nur um zwei Beispiele für die damalige Rückständigkeit zu nennen.

Ein weiteres Beispiel ist die Tatsache, dass es fünf Jahre nach dem berühmten Zitat immer noch Unternehmen und Behörden gibt, welche den Wert von Internet-Recherchen, auch Open Source Intelligence (OSINT) genannt, verkennen. Die vollumfängliche Nutzung des Internets zur Gewinnung neuer Erkenntnisse ist für viele immer noch Neuland.

Diese Art der Informationsgewinnung bietet viele Vorteile und – falls richtig angewandt – nur wenige Nachteile. Wir leben heute in einem hochdynamischen Zeitalter. Ereignisse und Sachverhalte finden in Echtzeit Verbreitung über diverse Kanäle, vor allem in Sozialen Medien. Zeitgleich besteht die Gefahr einer Informationsüberflutung, zusätzlich verstärkt durch eine immer wirksamere Durchdringung aller vorhandenen Informationen mit gezielten Falschinformationen. Viele dieser Falschinformationen haben gravierende Auswirkungen auf alle Aspekte der Sicherheit, sei es die nationale Sicherheit Deutschlands oder die betriebliche Sicherheit einzelner Unternehmen. Von daher ist es an der Zeit, sich nochmal an die Worte der Kanzlerin zu erinnern und sich selbst zu fragen, ob man wirklich gut auf den Umgang mit diesen Informationen vorbereitet ist?

Ich wage zu behaupten, die Antwort wird in vielen Fällen nein lauten. Zugegeben, es ist immer schwer, auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Ständig tauchen neue Dienste und Anbieter auf, genauso schnell verschwinden manche wieder vom Markt. Da heißt es einfach „am Ball bleiben“, sich kontinuierlich weiterbilden und auch mal Anregungen von anderen einholen.

Gerade da sich so viele verschiedene Personen und Bereiche mit OSINT beschäftigen, lohnt sich der Blick über den Tellerrand. Vielleicht hat ein anderer Personenkreis eine alternative, aber hocheffektive, Herangehensweise an ein Problem im Rahmen von OSINT.

Doch wer beschäftigt sich überhaupt mit OSINT bzw. Internet-Recherchen? Es sind wahrscheinlich mehr als Sie denken:

Nachrichtendienste, Strafverfolgungsbehörden, Compliance-Abteilungen, Beratungsfirmen, Journalisten, Anwaltskanzleien, Finanzermittler und viele mehr! Im Grunde genommen, jeder mit regelmäßigem Informationsbedarf.

Neben allgemeinen Themen zur Sicherheit, wird die Vermittlungen von OSINT-Fähigkeiten einer der Hauptaspekte dieses Blogs sein. Nicht nur von mir, sondern auch von anderen Personen aus den eben genannten Berufsgruppen werden hier zukünftig regelmäßig Tipps und Tricks gepostet. Zusätzlich rege ich die Nutzung der Kommentarfunktion an, um einen Dialog zwischen Interessierten entstehen zu lassen.

Somit können wir alle dazu beitragen, dass das Internet, zumindest im Bereich OSINT, kein Neuland bleibt. Ganz im Gegensatz zu E-Governance, Breitbandausbau, Mobilfunk…

Matthias Wilson / 21.08.2018

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